Bandscheibe aus Titan reduziert Schmerzen
Forscher haben ein poröses Titan-Implantat entwicklt, mit dessen Hilfe eine defekte Bandscheibe ersetzt und die Schmerzen nach der Operation reduziert werden können. Die neue Behandlungsmethode kommt allerdings nur bei schweren Schäden zur Anwendung. Ein neues Bandscheibenimplantat erspart Patienten die bei der herkömmlichen Methode notwendige Entnahme von Knochensubstanz. Wissenschafter des Forschungszentrums Jülich in Nordrhein-Westfalen haben mit einem Schweizer Unternehmen ein Implantat aus Titan entwickelt, das die Bandscheibe ersetzt.
Poröse Oberfläche
Das Implantat werde nur bei schweren Bandscheibenschäden eingesetzt. Bei dem Eingriff platzieren die Ärzte zwei quaderförmige Implantate horizontal anstelle der defekten Bandscheibe zwischen den Wirbeln. Durch die poröse Oberfläche wächst das Implantat an die benachbarten Wirbel an und sorgt für die notwendige Stabilität. Trotz der hohen Porosität bleibe das Implantat auch unter starker dauerhafter und wiederholter Belastung intakt.
Weniger Schmerzen
Bisherige Implantate bestünden aus einer Gitterstruktur, die mit knocheneigener Substanz gefüllt werden mussten. Dafür wurde Knochen aus dem Becken des Patienten genommen. Viele Patienten litten nach diesem Eingriff lange unter Schmerzen. Das bleibe ihnen mit dem neuen Implantat erspart.
Maßgeschneiderte Poren
Die Jülicher Material-Forscher entwickelten ein patentiertes Herstellungsverfahren, um maßgeschneiderte Poren in Werkstoffen zu erzeugen, wie sie etwa bei Hochtemperatur-Brennstoffzellen in der Energietechnik eingesetzt werden. In enger Zusammenarbeit mit der Schweizer Medizintechnikfirma Synthes sei das Verfahren für den Werkstoff Titan und damit für das Implantat optimiert worden.

